Alltag

•9. Juni 2010 • 1 Kommentar

Gestern dann, das alljährliche Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker im Schönbrunner Schlosspark. Österreichischer Größenwahn par excellence: Gratiskonzert, Platz für 100.000 Ohrzeugen. „Es ist der Versuch, die klassische Musik einem breiten Publikum zugänglich zu machen und sie auch außerhalb ihres Stammpublikums zu etablieren.“, so der Veranstalter. Beginn: 21:00 Uhr. Nur noch eine Kleinigkeit per Megafon um 20:59 Uhr: „Achtung! Die Gloriette wird nicht beschallt!“ Ebenso wenig 90% des restlichen Schlossparks. – Natürlich nicht. Warum auch? Wäre ja noch schöner.

Liebes Tagebuch, Wien, der 8. Juni 2010: wieder ein Reinfall!

Die Toilettenfrage

•9. Mai 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Wien hat keine Toilettenkultur, [...] Wien ist ein einziger Toilettenskandal, selbst in den berühmtesten Hotels der Stadt [sowie in den berühmtesten Theatern der Stadt] befinden sich skandalöse Toiletten, die scheußlichsten Aborte finden Sie in Wien, so scheußlich wie in keiner anderen Stadt[.] [...] Die Wiener [...] haben keine Toilettenkultur, auf der ganzen Welt finden sie keine derart verschmutzten und übelriechenden Aborte[.] [...] In Wien auf den Abort gehen zu müssen, ist meistens eine Katastrophe, man macht sich in ihnen, wenn man kein Akrobat ist, schmutzig und der Gestank in ihnen ist so groß, daß er sich oft über Wochen in den Kleidern festsetzt. [...] Die Toilettenfrage [...] [ist] in Wien nicht gelöst.

Thomas Bernhard, Alte Meister (1985)

Zwei Wiener

•27. April 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Fremd im fremden Land

•26. April 2010 • 1 Kommentar

Nirgends sonst auf der Welt – und niemals zuvor! -  fühlte ich mich fremder als in Wien. Aus Sahne wird Schlag, aus Tüte ein Sackerl und aus hilfsbereit nicht selten grantig. Nicht nur Wien, auch seine Bewohner sind anders. Feindlichkeit lautet das Zauberwort: gegenüber allem und jedem.
Als ich vor einigen Tagen in höchster Not und gezwungenermaßen all meinen Mut zusammennahm, mich nach dem rechten Weg zu erkundigen, – Gott sei Dank, was dann geschah:

Ey, gehst du rechts, gehst du links, gehst du dann wieder rechts und da siehst du schon.

So gab mir ein Wahl-Wiener türkischer Herkunft Antwort: erbötiger, hilfsbereiter wie man ihn sich nur schwer vorstellen kann. Aber: eben kein Wiener. Ein Wiener hätte fad los-gematschgert.

Zur Verteidigung aller Österreicher jedoch lässt sich festhalten: Vorarlberger, Burgenländler, Salzburger, Steiermarker, Grazer: alles potentiell liebe Leute. Und ja, auch meine Mitbewohnerin, Wienerin: lieb. Aber wie war das noch mit der Ausnahme und der Regel? – Eben.

Dosenbier

•22. April 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

In Wien ist alles teuer: Ein Dosenbier übelster österreichischer Qualität beispielsweise liegt bei gut 2,00 Euro. Kein Vergleich zur ostdeutschen Zwangsheimat, wo man sich zu gleichem Preis samt Fassbier gar ins Warme setzen darf. Und selbst im globalen Wettbewerb scheinen die ostdeutschen Bierpreise nicht von schlechten Eltern. Beispiel: „In Dresden kostet eine Flasche Bier weniger als in Chile!„, versetzte der Austausch-Student aus dem Südwesten Südamerikas.

Gackerl

•24. März 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Seit gut drei Wochen in Wien und das bisher Bemerkenswerteste: eine aufbrausende Frau in einem Supermarkt (der in Österreich übrigens grundsätzlich schon um sechs seine Pforten schließt!), die das Gekaufte nach ihrem Einkauf in einem Rollkoffer verstaut und kurios-geschwind von dannen schafft. Und ein Hund auf einem Foto, werbend für saubere Bürgersteige. Wien ist anders. So ganz anders als erhofft.

Die Stadt

•18. März 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Eines Abends überfällt mich plötzlich eine Art Heimweh [...]. Man hat solche Tage, an denen man vor der Gewohnheit ausrückt und die gemiedenen Orte begehrt.

Siegfried Kracauer, Straße ohne Erinnerung (1932)

Ankunft

•2. März 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Die Quadtratmeterzahl niedriger, der Preis höher denn je. Aber: das Leben geht weiter, auch in Wien. Ab heute.

Ačiū labai, Lietuva!*

•24. Februar 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Kein Streik, kein Schnee, keine Verspätung. Nur um 55 Euro (= vier Kilo Übergewicht) ärmer als noch am Tag zuvor. – Gestern, in Vilnius. Schön war die Zeit dort! Und schön wird sie sein im Sommer. Wenn man sich wiedersieht – ganz bestimmt! *Vielen Dank, Litauen!

Riga

•20. Februar 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Riga ist die größte, nicht aber die schönste der drei baltischen Hauptstädte. Aus der schönsten geht es bereits am Mittwoch gen Heimat zurück – so Lufthansa will.

 
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